Off-Topic: #einBuchfuerKai – Wir brauchen soziale Netzwerke

#einBuchfuerKai (Photo-Blog Suitbert Monz)Vor wenigen Tagen las ich in einem Blogartikel von Johannes Korten aus Bochum über das tragische Schicksal von Kai-Eric Fitzner aus Oldenburg. Darin wurde die Netzgemeinschaft zur Hilfe aufgefordert, indem sie für den erkrankten Schriftsteller Fitzner spendet und sein Buch kaufen möge. In den folgenden Tagen hat sich eine schier gigantische Lawine der Anteilnahme entwickelt. Spenden gingen ein, das Buch „Willkommen im Meer“ schnellte bei Amazon in der Verkaufslisten von Platz 60.000 auf Platz 1, immer mehr Blogartikel und Beiträge in den sozialen Netzwerken entstanden und die traditionellen Medien, wie Zeitungen, Magazine und Rundfunk griffen das Thema auf.

Getragen und ermöglicht wurde diese Erfolgsstory durch die sozialen Netzwerke. Und dies hat mich zum Nachdenken angeregt. Vor 40 Jahren gab es solche Netzwerke noch nicht [meine eigenen Erinnerungen! ;-] Oder nein – es gab zwar Facebook, Twitter und Co. noch nicht, soziale Netzwerke gab es natürlich schon! Meine Familie, meine Klassenkameraden, mein Verein – all das sind soziale Netzwerke und die gab es eben auch vor 40 Jahren schon.

Soziale Netzwerke früher

Was macht diese sozialen Netzwerke aus? Es sind soziale Beziehungen zwischen Menschen, die mal gut und mal schlecht funktionieren, Beziehungen die auf Kommunikation begründet sind. Sie sind Räume, in denen man sich geborgen, aufgehoben und behütet, aber auch eingeengt oder eingesperrt fühlen kann. Es sind Gemeinschaften in denen man Liebe, Hilfe und Unterstützung, aber auch Ausgrenzung, Neid und Hass erfahren kann. Dieses Miteinander zwischen Menschen kann mir Halt, Orientierung und Leitbild oder Sinn sein.

Schaut man sich die Möglichkeiten der Kommunikation vor 40 Jahren an, sah alles etwas anders aus als heute [eigenes Erleben, keine repräsentative Analyse!] Die Familie traf sich um 20:00 Uhr zu Tagesschau vor dem Fernsehgerät im Wohnzimmer, es gab ab und zu die TV-Show Dalli-Dalli und irgendwann etwas Kultur im Dritten. Mein mediales Highlight war die wöchentliche Pop-Hitparade in RTL in einem alten MW-Röhrenradio! Wer sich aktiv einmischen wollte, fand eine Diskussionsrunde in der Kneipe um die Ecke oder schrieb einen Leserbrief an die lokale Tageszeitung.

Eine Aktion wie #einBuchfuerKai, hätte damals wahrscheinlich nicht so einfach funktioniert. Auf lokaler Ebene hätte man vielleicht maximal noch über die Tageszeitung die Leser seiner Stadt erreicht. Ins Fernsehen hätte es das Thema wahrscheinlich nie geschafft, da es viel „zu klein“ war. Ohne mediales Interesse wäre keine Verbreitung und damit keine erfolgreiche Unterstützung des Themas möglich gewesen.

Soziale Netzwerke heute

Und heute!? Die sozialen Beziehungen und Kommunikationsformen von damals gibt es immer noch. Hinzugekommen sind die sozialen Netzwerke in Form von Facebook und Twitter. Etabliert sind damit Kommunikationsmittel für jeden Einzelnen, ohne hierarchische Schranken und ohne riesige technische Einstiegshürden. Wer etwas kundtun will, der tut es – heute so selbstverständlich, als wäre es nie anders gewesen.

Das „normale Miteinander“ zwischen den Menschen wird also um die Ebene der aktuellen sozialen Netzwerke ergänzt. Die Chancen daraus sind riesig! Als Beispiel seinen hier nur mal Crowdfunding-, Crowdsourcing- oder Co-Working-Projekte genannt. Oder auch Formen der politischen und gesellschaftlichen Einmischung als Peditionen oder Kampagnen. Natürlich gibt es auch negative Auswüchse, wie Cyber-Mobbing oder Kinderschänder-Tauschbörsen, denen die Gesellschaft zu begegnen lernen muss.

Die aktuellen sozialen Netzwerke geben uns heute eine Form der sozialen Beziehungen zwischen Menschen in die Hand, in der riesige Freiheitsgrade und Möglichkeiten stecken. Es gibt viele tolle Beispiele im Internet, wie dies gut funktionieren kann. #einBuchfuerKai ist sicher eines der besten Beispiele hierfür geworden!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*