Nordlicht-Reise – Fotoausrüstung bei Frost und Kälte

Fototasche bei Frost und Kälte (Photo Blog Suitbert Monz)So sehr man sich darüber freut: schöne Motive bei Frost und Kälte bedeuten andererseits eine große Belastung für Kamera und Objektive! Insbesondere wenn die Ausrüstung von außen wieder zurück in einen geheizten Innenraum gebracht wird, hat man schnell Probleme durch die auf dem kalten Equipment sich niederschlagende Feuchtigkeit. Sie kann zu einer Zerstörung der empfindlichen Elektronik und Mechanik führen!

Der Test mit der Tasche bei Frost und Kälte

Oft wird für diese Situation eine Plastiktüte empfohlen, an der sich dann die Feuchtigkeit niederschlägt und so von der Kamera ferngehalten wird. Diese Variante wollte ich etwas professioneller ausgestalten und habe die luftdichte Fototasche „outdoor.case Type 80“ der Firma B&W einem Test unterzogen.

Ähnlich wie im praktischen Betrieb, wurde die Tasche aus dem warmen Haus ins Kalte nach draußen gebracht. Hier stand sie dann fünf Stunden zum im Freien und war Frost und Kälte ausgesetzt. Während dieser Zeit wurde die Tasche geöffnet, um die Entnahme des Fotoapparates zu simulieren. Bevor ich die Tasche wieder ins Haus gebracht hatte, habe ich noch einen 50gr-Beutel des Trocknungsmittels Silicagel in die Tasche gelegt. So können mögliche Feuchtigkeitsreste gebunden werden. Dann hatte die Tasche im geschlossenen Zustand zwei Stunden Zeit, sich wieder aufzuwärmen.

Der Messaufbau bestand aus einem Thermometer an der Außenhülle der Tasche. Mit diesem Thermometer habe ich die jeweilige Umgebungstemperatur gemessen. In der Tasche selbst befand sich ein Datenlogger, der Temperatur und Feuchtigkeit innerhalb der Tasche aufgezeichnet hat.

Erfahrungen mit der Fototasche bei Frost und Kälte

Temperaturmesskurve Fototasche bei Frost und Kälte (Photo Blog Suitbert Monz)Nach einer Testdauer von insgesamt 7 1/2 Stunden wurde die Messeinrichtung aus der Tasche entnommen. Ich konnte dann die in der Abbildung dargestellte Messkurve (zum Vergrößern klicken)  auslesen. Aus diesen Zahlen kann ich folgende Eigenschaften und Ergebnisse für die Fototasche erkennen:

  • Die Innentemperatur fällt deutlich langsamer, als die Außentemperatur, d. h. sie Tasche hat einen erstaunlich guten Isolationswert.
  • Die Innentemperatur steigt bei Erwärmen demnach auch entsprechend langsam wieder an, sodass man dem Equipment mindestens zwei Stunden zum „Warmwerden“ gönnen sollte
  • Die Luftfeuchtigkeit bleibt in der Tasche einigermaßen konstant.
  • Ab dem Zeitpunkt, in dem das Trocknungsmittel eingebracht wurde, sinkt trotz der gleichzeitigen Erwärmung die Luftfeuchtigkeit innerhalb der Tasche. Der gewünschte Effekt wird also definitiv erreicht!

Wer also die Lösung mit der Plastiktüte professionalisieren will, kann auf diesem Weg seine Fotoausrüstung bei Frost und Kälte gut schützen. Diesem Test in „Laborbedingungen“ werde ich sicher in Zukunft noch einige Praxiserfahrungen hinzufügen können.

Welche Erfahrungen haben Sie bei der Handhabung der Fotoausrüstung bei Eis und Schnee gemacht?

Weitere Blogbeiträge: Noch mehr Nordlicht, Polarlicht und Aurora und auf der Übersichtsseite „Wandern und Fotografieren„.

[Update 15.7.2015: Die hier beschriebene Fototasche befindet sich aktuell leider nicht mehr im Sortiment bei B&W ]

 

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